Klima als Wirtschaftsfaktor
Klima ist ein Wirtschaftsfaktor, weil langfristige klimatische Bedingungen und klimabedingte Veränderungen Produktionsbedingungen, Infrastruktur, Lieferketten, Energieverbrauch, Versicherungsrisiken, Nachfrage und Standortattraktivität beeinflussen können.
Klima als Wirtschaftsfaktor: Bedeutung, Risiken und Chancen für Unternehmen#
Was bedeutet „Klima als Wirtschaftsfaktor“?#
Klima ist ein Wirtschaftsfaktor, weil langfristige klimatische Bedingungen und klimabedingte Veränderungen Produktionsbedingungen, Infrastruktur, Lieferketten, Energieverbrauch, Versicherungsrisiken, Nachfrage und Standortattraktivität beeinflussen können.
Dabei sollte zwischen Wetter und Klima unterschieden werden.
Wetter beschreibt kurzfristige atmosphärische Bedingungen wie:
- Temperatur
- Niederschlag
- Wind
- Sturm
Klima beschreibt dagegen typische Wetterbedingungen und deren langfristige Entwicklung über längere Zeiträume.
Für Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig.
Ein einzelner heißer Sommer ist zunächst ein Wetterereignis. Häufen sich bestimmte Bedingungen langfristig, kann daraus ein struktureller Standort- oder Geschäftsrisikofaktor entstehen.
Die zentrale unternehmerische Frage lautet deshalb:
Wie verändern klimatische Bedingungen langfristig unsere Standorte, Lieferketten, Kosten, Kunden und Investitionsentscheidungen?
Warum ist Klima für Unternehmen wichtig?#
Unternehmen sind auf physische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen angewiesen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Gebäude
- Produktionsanlagen
- Verkehrswege
- Energie
- Wasser
- Rohstoffe
- Mitarbeiter
- Lieferanten
Viele dieser Faktoren können durch klimatische Veränderungen beeinflusst werden.
Mögliche Auswirkungen sind:
- höhere Kühlkosten
- Produktionsunterbrechungen
- Transportschwierigkeiten
- veränderte Wasserverfügbarkeit
- steigende Versicherungsprämien
- Schäden an Gebäuden
- Veränderungen der Nachfrage
- steigende Investitionen in Anpassungsmaßnahmen
Klima ist deshalb nicht nur ein Umwelt- oder Nachhaltigkeitsthema.
Es kann unmittelbar zu einem Kosten-, Risiko-, Standort- und Wettbewerbsfaktor werden.
Was wird bei einer Klimaanalyse untersucht?#
Eine unternehmerische Klimaanalyse sollte mehrere Bereiche berücksichtigen.
1. Temperaturentwicklung#
Relevant sind beispielsweise:
- durchschnittliche Temperaturen
- Extremtemperaturen
- Häufigkeit von Hitzetagen
- Dauer von Hitzeperioden
Hohe Temperaturen können Auswirkungen haben auf:
- Mitarbeiterproduktivität
- Gebäudekühlung
- Maschinen
- IT-Infrastruktur
- Kühlketten
- Energieverbrauch
2. Niederschlag#
Zu analysieren sind:
- durchschnittliche Niederschläge
- Trockenperioden
- Starkregen
- saisonale Veränderungen
Dies kann besonders relevant sein für:
- Landwirtschaft
- Lebensmittelindustrie
- Wasserverbrauch
- Logistik
- Gebäude
3. Hochwasserrisiken#
Unternehmen sollten prüfen, ob Standorte oder Transportwege durch Hochwasser gefährdet sind.
Relevant können sein:
- Flüsse
- Küsten
- Starkregen
- lokale Entwässerungssysteme
Ein Standort kann wirtschaftlich attraktiv sein, gleichzeitig aber ein erhöhtes physisches Risiko besitzen.
4. Sturm- und Unwetterrisiken#
Starke Wetterereignisse können:
- Gebäude beschädigen
- Stromnetze beeinträchtigen
- Logistik unterbrechen
- Produktion stoppen
Unternehmen sollten deshalb untersuchen, wie widerstandsfähig ihre Standorte und Lieferketten gegenüber solchen Ereignissen sind.
5. Wasserverfügbarkeit#
Wasser kann für bestimmte Branchen ein kritischer Produktionsfaktor sein.
Relevant sind beispielsweise:
- Prozesswasser
- Kühlung
- Reinigung
- Landwirtschaft
- Lebensmittelproduktion
Wird Wasser regional knapper, können Kosten steigen oder Nutzungsbeschränkungen entstehen.
Welche Unternehmen sind besonders klimabhängig?#
Die Bedeutung unterscheidet sich stark nach Branche.
Besonders exponiert können sein:
- Landwirtschaft
- Lebensmittelindustrie
- Bauwirtschaft
- Tourismus
- Energieversorgung
- Logistik
- Versicherungen
- Immobilien
- Rohstoffindustrie
- wasserintensive Produktion
Aber auch weniger offensichtlich klimabhängige Unternehmen können betroffen sein.
Ein Softwareunternehmen kann beispielsweise von:
- Stromausfällen,
- Rechenzentrumskühlung,
- Infrastrukturproblemen
betroffen sein.
Direkte und indirekte Klimarisiken#
Unternehmen sollten zwischen direkten und indirekten Auswirkungen unterscheiden.
Direkte Klimarisiken#
Diese treffen das Unternehmen unmittelbar.
Beispiele:
- Hochwasser am eigenen Standort
- Überhitzung von Produktionsanlagen
- Gebäudeschäden
- Wassermangel
Indirekte Klimarisiken#
Diese entstehen über andere Marktteilnehmer.
Beispiele:
- Lieferant fällt aus
- Rohstoffpreise steigen
- Transportwege werden gestört
- Versicherungsprämien steigen
- Energiepreise verändern sich
Für viele Unternehmen sind indirekte Risiken sogar wichtiger als direkte.
Physische und transitorische Risiken#
Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die zwischen physischen und transitorischen Risiken.
Physische Risiken#
Sie entstehen durch tatsächliche klimatische Veränderungen.
Beispiele:
- Hitze
- Dürre
- Hochwasser
- Sturm
- Wasserknappheit
Transitorische Risiken#
Sie entstehen durch den wirtschaftlichen und regulatorischen Übergang zu anderen Energie-, Produktions- und Konsummustern.
Beispiele:
- neue Regulierung
- CO₂-Bepreisung
- veränderte Kundenerwartungen
- technologische Veränderungen
- neue Wettbewerber
Für Unternehmen sollten beide Risikotypen gemeinsam betrachtet werden.
Welche Daten sind für eine Klimaanalyse wichtig?#
Eine strukturierte Analyse kann beispielsweise folgende Daten enthalten:
| Bereich | Relevante Daten |
|---|---|
| Temperatur | Durchschnitt, Extremwerte |
| Hitze | Anzahl Hitzetage |
| Niederschlag | Menge und Verteilung |
| Hochwasser | Gefährdungszone |
| Sturm | Häufigkeit und Intensität |
| Wasser | regionale Verfügbarkeit |
| Energie | Kühl- und Heizbedarf |
| Gebäude | physische Exponierung |
| Lieferketten | gefährdete Standorte |
| Versicherungen | Deckung und Kosten |
Dabei sollte nicht nur die aktuelle Situation betrachtet werden.
Entscheidend ist die langfristige Entwicklung.
Klima als Standortfaktor#
Klima wird für langfristige Standortentscheidungen zunehmend relevanter.
Ein Unternehmen sollte beispielsweise analysieren:
- Ist der Standort hochwassergefährdet?
- Gibt es ausreichend Wasser?
- Wie entwickelt sich der Kühlbedarf?
- Ist die Stromversorgung robust?
- Wie hoch sind potenzielle Versicherungskosten?
- Welche Anpassungsinvestitionen könnten notwendig werden?
Dadurch ergänzt Klimarisiko klassische Standortfaktoren wie:
- Arbeitskräfte
- Infrastruktur
- Grundstückskosten
- Energiepreise
Welche Standorte sollte man analysieren?#
Eine Klimaanalyse sollte mehrere geografische Ebenen berücksichtigen.
Eigene Unternehmensstandorte#
Hier stehen physische Risiken im Vordergrund.
Produktionsstandorte#
Besonders wichtig bei:
- hohen Anlagenwerten
- kontinuierlicher Produktion
- wasserintensiven Prozessen
Lieferantenstandorte#
Auch ein sicherer eigener Standort kann gefährdet sein, wenn wichtige Lieferanten aus klimatisch exponierten Regionen stammen.
Logistikstandorte#
Relevant sind:
- Häfen
- Flüsse
- Bahnstrecken
- Straßen
- Lager
Absatzmärkte#
Klimatische Veränderungen können auch die Nachfrage beeinflussen.
Klima und Lieferketten#
Klimatische Ereignisse können Lieferketten an unterschiedlichen Stellen beeinträchtigen.
Beispiel:
Dürre\
↓\
Wasserstände sinken\
↓\
Transportkapazität reduziert sich\
↓\
Lieferzeiten steigen\
↓\
Materialkosten steigen
Oder:
Sturm\
↓\
Hafen fällt aus\
↓\
Container werden verspätet\
↓\
Produktion wartet auf Komponenten
Lieferketten sollten deshalb geografisch auf Klimarisiken untersucht werden.
Klima und Rohstoffe#
Viele Rohstoffe sind klimatisch sensibel.
Besonders deutlich ist dies bei Agrarrohstoffen.
Beispiele:
- Weizen
- Mais
- Kaffee
- Kakao
- Baumwolle
Aber auch andere Rohstoffketten können betroffen sein, beispielsweise durch:
- Wassermangel
- Infrastrukturprobleme
- Energieengpässe
Dadurch können klimatische Entwicklungen indirekt auf Einkaufspreise wirken.
Klima und Energie#
Klima beeinflusst sowohl den Energiebedarf als auch die Energieversorgung.
Beispiele:
- mehr Kühlung bei hohen Temperaturen
- veränderter Heizbedarf
- Belastung von Stromnetzen
- Auswirkungen auf Wasserkraft
- veränderte Energieproduktion
Für Unternehmen kann dies Auswirkungen haben auf:
- Energiekosten
- Lastspitzen
- Versorgungssicherheit
Klima und Wasser#
Wasser ist für viele Unternehmen ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor.
Eine Klimaanalyse sollte deshalb fragen:
- Wie hoch ist unser Wasserverbrauch?
- Welche Lieferanten sind wasserintensiv?
- Wie stabil ist die regionale Versorgung?
- Welche Prozesse könnten bei Knappheit eingeschränkt werden?
In manchen Geschäftsmodellen kann Wasser langfristig ähnlich strategisch relevant werden wie Energie.
Klima und Personal#
Klimatische Bedingungen können auch Mitarbeiter beeinflussen.
Relevant sind:
- Hitze am Arbeitsplatz
- Pendelwege
- Gesundheitsbelastungen
- Arbeitsproduktivität
Besonders betroffen können Tätigkeiten sein, die:
- im Freien
- in Produktionshallen
- unter hoher körperlicher Belastung
stattfinden.
Klima und Nachfrage#
Klimatische Veränderungen können auch Märkte verändern.
Beispiele:
Höhere Temperaturen können die Nachfrage nach:
- Kühlung
- Klimatisierung
- Sonnenschutz
- bestimmten Getränken
erhöhen.
Gleichzeitig kann Nachfrage nach anderen Produkten sinken.
Unternehmen sollten deshalb nicht nur Risiken, sondern auch Marktchancen betrachten.
Klima und Immobilien#
Gebäude sind langfristige Vermögenswerte und entsprechend relevant.
Zu analysieren sind beispielsweise:
- Hochwasserrisiko
- Hitzeschutz
- Kühlbedarf
- Versicherbarkeit
- Energiebedarf
- zukünftiger Investitionsbedarf
Ein Gebäude kann durch veränderte klimatische Bedingungen zusätzliche Kosten verursachen.
Klima und Versicherungen#
Steigende physische Risiken können Versicherungen beeinflussen.
Mögliche Folgen sind:
- höhere Prämien
- höhere Selbstbehalte
- geringere Deckung
- erschwerte Versicherbarkeit bestimmter Standorte
Unternehmen sollten deshalb nicht nur aktuelle Versicherungskosten betrachten, sondern auch langfristige Versicherungsfähigkeit.
Klima und Finanzierung#
Auch Banken und Investoren können Klimarisiken bei der Bewertung von Unternehmen oder Projekten berücksichtigen.
Bei langfristigen Investitionen kann deshalb relevant werden:
- Wie exponiert ist der Standort?
- Welche Anpassungskosten entstehen?
- Welche regulatorischen Risiken bestehen?
Klimarisiken können dadurch indirekt Finanzierungskonditionen beeinflussen.
Klima und Regulierung#
Klimapolitik kann wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern.
Relevant können sein:
- CO₂-Preise
- Emissionsvorgaben
- Effizienzstandards
- Berichtspflichten
- Produktanforderungen
Unternehmen sollten deshalb zwischen:
physischer Klimaentwicklung
und
politischer Reaktion darauf
unterscheiden.
Beide können wirtschaftliche Auswirkungen haben.
Klima und Technologie#
Klimatische und regulatorische Veränderungen können Innovationen beschleunigen.
Beispiele:
- energieeffiziente Anlagen
- neue Kühltechnologien
- wassersparende Prozesse
- erneuerbare Energie
- Speichertechnologien
- neue Materialien
Technologie kann damit helfen, Klimarisiken zu reduzieren.
Klima und Wettbewerb#
Unternehmen können unterschiedlich stark betroffen sein.
Ein Wettbewerber kann Vorteile besitzen, wenn er:
- weniger energieintensiv produziert
- bessere Standorte besitzt
- weniger Wasser benötigt
- resilientere Lieferketten hat
- früh in Anpassung investiert hat
Klimarisiko kann dadurch zu einem Wettbewerbsfaktor werden.
Wie führt man eine Klimaanalyse für Unternehmen durch?#
Eine strukturierte Analyse kann in mehreren Schritten erfolgen.
1. Exponierung erfassen#
Zunächst sollte geklärt werden:
- Wo liegen eigene Standorte?
- Wo produzieren Lieferanten?
- Welche Rohstoffe sind klimatisch sensibel?
- Welche Logistikwege sind kritisch?
2. Gefahren identifizieren#
Für jeden Standort werden relevante Klimarisiken betrachtet.
Beispiele:
- Hitze
- Hochwasser
- Sturm
- Dürre
- Wasserknappheit
3. Empfindlichkeit bestimmen#
Nicht jeder Standort reagiert gleich empfindlich.
Relevant ist:
Was passiert konkret, wenn das Ereignis eintritt?
4. Wirtschaftliche Auswirkungen quantifizieren#
Mögliche Größen sind:
- Produktionsausfall
- Reparaturkosten
- zusätzliche Energie
- Lieferverzögerungen
- Umsatzverlust
5. Anpassungsmaßnahmen bewerten#
Anschließend werden mögliche Gegenmaßnahmen untersucht.
Klimarisiko mit einer Matrix bewerten#
Ein einfaches Modell kann folgende Dimensionen nutzen:
Gefährdung × Exponierung × wirtschaftliche Auswirkung
Beispiel:
| Risiko | Exponierung | Auswirkung | Priorität |
|---|---|---|---|
| Hochwasser Werk A | hoch | sehr hoch | sehr hoch |
| Hitze Büro B | mittel | niedrig | niedrig |
| Wassermangel Lieferant C | hoch | hoch | hoch |
Damit können Investitionen priorisiert werden.
Welchen Zeitraum sollte man berücksichtigen?#
Klimatische Entwicklungen benötigen lange Betrachtungszeiträume.
Kurzfristig: 0 bis 3 Jahre#
Relevant für:
- Notfallplanung
- Versicherungen
- operative Anpassungen
Mittelfristig: 3 bis 10 Jahre#
Relevant für:
- Gebäude
- Lieferantenstrategie
- Produktionsanlagen
Langfristig: 10 bis 30 Jahre und mehr#
Relevant für:
- Standortentscheidungen
- Immobilien
- Infrastruktur
- große Produktionsinvestitionen
Je länger die Lebensdauer eines Vermögenswerts, desto wichtiger wird der langfristige Klimahorizont.
Welche Rückschlüsse können Unternehmer ziehen?#
Standortattraktivität neu bewerten#
Ein heute attraktiver Standort kann langfristig höhere Klimarisiken besitzen.
Lieferketten diversifizieren#
Klimatisch konzentrierte Lieferketten können zusätzliche Bezugsquellen benötigen.
Investitionen priorisieren#
Schutzmaßnahmen können wirtschaftlich sinnvoll werden.
Versicherungsstrategie anpassen#
Versicherbarkeit und Deckung sollten frühzeitig überprüft werden.
Produktchancen erkennen#
Neue klimatische Bedingungen können Nachfrage verändern.
Energie- und Wasserbedarf neu planen#
Langfristige Verbrauchs- und Versorgungsszenarien können Investitionsentscheidungen beeinflussen.
Welche Maßnahmen können Unternehmen ableiten?#
Gebäude anpassen#
Mögliche Maßnahmen:
- Hitzeschutz
- Hochwasserschutz
- bessere Entwässerung
- Kühlung
Redundanzen schaffen#
Beispielsweise:
- alternative Standorte
- mehrere Lieferanten
- Ersatzlogistik
Wasserverbrauch reduzieren#
Durch:
- effizientere Prozesse
- Kreislaufsysteme
- Wiederverwendung
Energieversorgung robuster machen#
Beispielsweise durch:
- Eigenversorgung
- Speicher
- Redundanzen
Versicherungen überprüfen#
Deckungsumfang und Ausschlüsse sollten regelmäßig bewertet werden.
Notfallpläne entwickeln#
Für besonders relevante Szenarien sollten konkrete Reaktionspläne bestehen.
Klima als Chance für Unternehmen#
Klima ist nicht ausschließlich ein Risikofaktor.
Neue Märkte können entstehen für:
- Energieeffizienz
- Gebäudekühlung
- Hochwasserschutz
- Wassertechnologie
- Versicherungsprodukte
- Klimadaten
- widerstandsfähige Infrastruktur
- neue Materialien
Unternehmen sollten deshalb neben der Risikoseite auch mögliche Wachstumsfelder analysieren.
Klima und Innovation#
Anpassungsbedarf kann Innovation fördern.
Unternehmen können neue Produkte oder Prozesse entwickeln, die:
- weniger Energie benötigen
- weniger Wasser verbrauchen
- hitzeresistenter sind
- wetterunabhängiger funktionieren
- Lieferketten robuster machen
Dadurch kann Klimaanpassung selbst zu einem Wettbewerbsvorteil werden.
Klima und Risikomanagement#
Klimarisiken sollten in das allgemeine Unternehmensrisikomanagement integriert werden.
Relevant sind:
- physische Risiken
- regulatorische Risiken
- Marktveränderungen
- Lieferkettenrisiken
- Versicherungsrisiken
Für kritische Risiken sollten:
- Frühindikatoren
- Szenarien
- Schwellenwerte
- Maßnahmen
definiert werden.
Klima und Krisenmanagement#
Bestimmte Klimarisiken können plötzlich operative Krisen auslösen.
Beispiele:
- Hochwasser
- Sturm
- extreme Hitze
- Stromausfälle
Deshalb sollten relevante Klimaszenarien in:
- Notfallpläne
- Krisenorganisation
- Business Continuity Management
integriert werden.
Klima und Standortanalyse#
Bei langfristigen Investitionen sollte Klima Bestandteil jeder umfassenden Standortanalyse sein.
Relevant sind:
- Hochwasserrisiko
- Hitze
- Wasser
- Energie
- Versicherbarkeit
- Infrastruktur
Dadurch kann ein vermeintlich günstiger Standort langfristig anders bewertet werden.
Klima und Lieferkettenanalyse#
Eine robuste Lieferkette sollte auch klimatische Abhängigkeiten berücksichtigen.
Unternehmen sollten fragen:
- Welche Lieferanten liegen in Hochrisikoregionen?
- Welche Transportwege sind wetteranfällig?
- Welche Rohstoffe reagieren sensibel auf Klima?
Damit wird Klimaanalyse Teil des Supply-Chain-Risikomanagements.
Klima und Demografie#
Klima und Demografie können sich gegenseitig beeinflussen.
Veränderte Standortattraktivität kann beispielsweise Auswirkungen auf:
- Migration
- Wohnorte
- Arbeitskräfteangebot
haben.
Für sehr langfristige Standortentscheidungen können deshalb beide Faktoren gemeinsam analysiert werden.
Klima und Finanzmärkte#
Klimarisiken können indirekt über Finanzmärkte wirken.
Betroffen sein können beispielsweise:
- Versicherungen
- Rohstoffpreise
- Energiepreise
- Immobilienbewertungen
- Finanzierungskosten
Dadurch können Unternehmen auch ohne direkten physischen Schaden wirtschaftlich betroffen sein.
Ein einfaches Klima-Dashboard für Unternehmen#
Ein unternehmerisches Klima-Dashboard könnte enthalten:
1. Hochwasserrisiko je Standort
2. Hitzebelastung
3. Wasserverfügbarkeit
4. Energiebedarf
5. klimatische Lieferantenrisiken
6. kritische Transportwege
7. Versicherungsentwicklung
8. Anpassungsinvestitionen
9. potenzieller Ausfallschaden
10. langfristige Standortentwicklung
Zu jedem Risiko sollte zusätzlich dokumentiert werden:
Welche finanzielle und operative Auswirkung hätte eine Verschlechterung?
Wie häufig sollte man Klimarisiken analysieren?#
Klimatische Veränderungen verlaufen langsam, Ereignisse können aber kurzfristig eintreten.
| Bereich | Mögliche Frequenz |
|---|---|
| akute Wetterrisiken | laufend |
| Standortgefahren | jährlich |
| Lieferantenrisiken | jährlich |
| Versicherungen | jährlich |
| Wasserverfügbarkeit | jährlich |
| langfristige Klimaszenarien | alle 1–3 Jahre |
| strategische Gesamtanalyse | jährlich |
Bei größeren Standort- oder Investitionsentscheidungen sollte immer eine aktuelle Bewertung erfolgen.
Fazit: Klima als langfristiger Wirtschaftsfaktor#
Klima beeinflusst Unternehmen sowohl unmittelbar als auch über Lieferketten, Energie, Rohstoffe, Infrastruktur und Märkte.
Eine professionelle Klimaanalyse sollte insbesondere betrachten:
- Temperatur
- Hitze
- Niederschlag
- Hochwasser
- Sturm
- Wasserverfügbarkeit
- Standorte
- Lieferketten
Dabei sollten physische und transitorische Risiken getrennt analysiert werden.
Die zentrale Logik lautet:
Klimatische Veränderung → physische oder wirtschaftliche Auswirkung → Unternehmensrisiko oder Chance → strategische Entscheidung → Maßnahme
Unternehmen können daraus Maßnahmen ableiten wie:
- Standortanpassungen
- Gebäudeschutz
- Lieferantendiversifikation
- Wasser- und Energieeffizienz
- Versicherungsanpassungen
- Notfallplanung
- neue Produkte
Eine gute Klimaanalyse beantwortet deshalb nicht nur:
„Wie verändert sich das Klima?“
Sondern vor allem:
„Welche klimatischen Veränderungen beeinflussen unsere Standorte, Lieferketten, Kosten und Kunden – und welche Investitionen müssen wir heute vornehmen, damit unser Unternehmen langfristig widerstandsfähig und wettbewerbsfähig bleibt?“
Häufige Fragen zu Klima als Wirtschaftsfaktor#
Warum ist Klima ein Wirtschaftsfaktor?#
Klima beeinflusst unter anderem Produktionsbedingungen, Energiebedarf, Wasserverfügbarkeit, Infrastruktur, Lieferketten und Nachfrage. Dadurch können Kosten, Risiken und Investitionsentscheidungen verändert werden.
Welche Klimarisiken sind für Unternehmen besonders relevant?#
Wichtige Risiken sind Hitze, Hochwasser, Dürre, Wasserknappheit, Sturm und klimabedingte Unterbrechungen von Lieferketten.
Was sind physische Klimarisiken?#
Physische Risiken entstehen direkt durch klimatische Ereignisse oder langfristige klimatische Veränderungen, beispielsweise Hochwasser, Hitze oder Wasserknappheit.
Was sind transitorische Klimarisiken?#
Transitorische Risiken entstehen durch wirtschaftliche, regulatorische und technologische Veränderungen im Zuge der Anpassung von Wirtschaft und Gesellschaft.
Welche Daten sollte ein Unternehmen analysieren?#
Relevant sind unter anderem Temperatur, Extremwetter, Wasserverfügbarkeit, Hochwasserrisiko, Versicherungsdaten, Energiebedarf sowie die geografische Lage wichtiger Lieferanten.
Welche Standorte sollte man betrachten?#
Neben eigenen Unternehmens- und Produktionsstandorten sollten auch Lieferantenstandorte, Lager, Logistikkorridore und wichtige Absatzmärkte berücksichtigt werden.
Welchen Zeitraum sollte eine Klimaanalyse betrachten?#
Für langfristige Standort- und Investitionsentscheidungen sind häufig Zeiträume von zehn bis dreißig Jahren oder länger sinnvoll.
Welche Maßnahmen können Unternehmen ableiten?#
Mögliche Maßnahmen sind Gebäudeschutz, Standortdiversifikation, alternative Lieferanten, effizientere Wasser- und Energienutzung, Notfallpläne und angepasste Versicherungen.
Ist Klima nur ein Risiko für Unternehmen?#
Nein. Veränderte klimatische Bedingungen können auch neue Märkte schaffen, beispielsweise für Kühlung, Wassertechnik, Energieeffizienz, widerstandsfähige Infrastruktur und Anpassungstechnologien.
Wie hängt Klima mit Risikomanagement zusammen?#
Klimarisiken sollten systematisch identifiziert, bewertet, mit Szenarien versehen und in das allgemeine Risiko- und Krisenmanagement integriert werden.
TOTAL DASHBOARD zeigt, welche wirtschaftlichen Risiken und Chancen fuer Ihr Unternehmen entstehen.
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