Wettbewerbsanalyse
Was ist eine Wettbewerbsanalyse? Erfahren Sie, welche Wettbewerber, Daten und Kennzahlen Unternehmen analysieren sollten und welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen.
Wettbewerbsanalyse: Definition, Methoden, Kennzahlen und strategischer Nutzen#
Was ist eine Wettbewerbsanalyse?#
Eine Wettbewerbsanalyse ist die systematische Untersuchung bestehender und potenzieller Wettbewerber eines Unternehmens. Ziel ist es, deren Marktposition, Strategie, Stärken, Schwächen, Produkte, Preise und Aktivitäten zu verstehen und daraus Rückschlüsse für die eigene Unternehmensstrategie abzuleiten.
Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie sind unsere Wettbewerber aufgestellt, wie verändern sie sich und was bedeutet das für unsere eigene Position im Markt?
Eine Wettbewerbsanalyse betrachtet unter anderem:
- direkte Wettbewerber
- indirekte Wettbewerber
- neue Marktteilnehmer
- Ersatzprodukte und Substitute
- Marktanteile
- Preise
- Produkte und Dienstleistungen
- Vertrieb
- Marketing
- Technologie
- Kostenstrukturen
- Partnerschaften
- Investitionen
- geografische Expansion
- strategische Positionierung
Die Wettbewerbsanalyse ist damit ein wichtiges Instrument für:
- Unternehmensstrategie
- Marktpositionierung
- Pricing
- Produktentwicklung
- Vertrieb
- Marketing
- Markteintritt
- Investitionsentscheidungen
- Risikomanagement
- Competitive Intelligence
Warum ist eine Wettbewerbsanalyse wichtig?#
Unternehmen treffen Entscheidungen nicht in einem isolierten Umfeld.
Die Attraktivität einer Strategie hängt immer auch davon ab, wie Wettbewerber reagieren.
Ein Unternehmen kann beispielsweise ein attraktives Produkt entwickeln, aber dennoch Schwierigkeiten haben, wenn ein Wettbewerber:
- günstiger produziert,
- schneller liefert,
- eine stärkere Marke besitzt,
- bessere Vertriebskanäle kontrolliert oder
- technologisch deutlich weiter entwickelt ist.
Eine Wettbewerbsanalyse hilft deshalb, die eigene Position realistisch einzuschätzen.
Sie beantwortet unter anderem Fragen wie:
- Wer sind unsere wichtigsten Wettbewerber?
- Welche Unternehmen wachsen besonders schnell?
- Welche Wettbewerber verlieren an Bedeutung?
- Wie unterscheiden sich Produkte und Preise?
- Welche Kundengruppen adressieren Wettbewerber?
- Welche Marktsegmente besetzen sie?
- Welche strategischen Schritte bereiten sie möglicherweise vor?
- Wo besitzen wir einen Vorteil?
- Wo sind wir schwächer?
- Welche Wettbewerber könnten zukünftig besonders gefährlich werden?
Welche Wettbewerber sollte man analysieren?#
Nicht jedes Unternehmen im Markt muss gleich intensiv untersucht werden.
Sinnvoll ist eine Einteilung in mehrere Gruppen.
1. Direkte Wettbewerber#
Direkte Wettbewerber bieten ähnliche Produkte oder Dienstleistungen für ähnliche Kundengruppen an.
Beispielsweise konkurrieren zwei Anbieter von Unternehmenssoftware unmittelbar miteinander, wenn sie dieselben Kundensegmente und Anwendungsfälle adressieren.
Direkte Wettbewerber sollten normalerweise besonders detailliert analysiert werden.
2. Indirekte Wettbewerber#
Indirekte Wettbewerber lösen dasselbe Kundenproblem auf andere Weise.
Ein Beispiel:
Ein Anbieter von Videokonferenzsoftware konkurriert nicht nur mit anderen Videokonferenzplattformen.
Auch:
- Telefonkonferenzen
- Geschäftsreisen
- Messenger
- Kollaborationsplattformen
können je nach Anwendungsfall Alternativen darstellen.
Diese indirekten Wettbewerber werden häufig unterschätzt.
3. Potenzielle neue Wettbewerber#
Unternehmen sollten auch Anbieter beobachten, die heute noch nicht direkt konkurrieren, aber zukünftig in den Markt eintreten könnten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Start-ups
- internationale Anbieter
- Unternehmen aus angrenzenden Branchen
- große Plattformunternehmen
- bisherige Lieferanten oder Kunden
Gerade neue Technologien können Branchenabgrenzungen schnell verändern.
4. Substitute#
Substitute sind Produkte oder Dienstleistungen, die das gleiche Kundenbedürfnis auf eine andere Art erfüllen.
Sie können langfristig eine größere Bedrohung darstellen als klassische Wettbewerber.
Deshalb sollte eine Wettbewerbsanalyse immer fragen:
Welche anderen Möglichkeiten haben Kunden, ihr Problem zu lösen?
Wie führt man eine Wettbewerbsanalyse durch?#
Eine professionelle Wettbewerbsanalyse sollte einem strukturierten Prozess folgen.
1. Ziel der Analyse definieren#
Zunächst muss geklärt werden, welche Entscheidung unterstützt werden soll.
Beispiele:
- Preisstrategie überprüfen
- Markteintritt vorbereiten
- Produktentwicklung verbessern
- Vertriebsstrategie optimieren
- neue Wettbewerber bewerten
- Übernahmekandidaten analysieren
Davon hängt ab, welche Informationen benötigt werden.
2. Wettbewerber identifizieren#
Im nächsten Schritt wird eine Wettbewerberliste erstellt.
Dabei sollten nicht nur bekannte Marktführer berücksichtigt werden.
Sinnvoll ist eine Einteilung nach:
- Marktanteil
- Wachstum
- geografischer Nähe
- Produktähnlichkeit
- Zielgruppe
- Innovationskraft
- strategischer Bedrohung
So lässt sich die Analyse priorisieren.
3. Vergleichskriterien festlegen#
Für alle relevanten Wettbewerber sollten möglichst einheitliche Kriterien verwendet werden.
Typische Vergleichsdimensionen sind:
- Unternehmensgröße
- Umsatz
- Wachstum
- Marktanteil
- Produkte
- Preise
- Qualität
- Service
- Vertrieb
- Marketing
- Technologie
- Innovation
- Standorte
- Kunden
- Partnerschaften
Nur wenn Wettbewerber nach denselben Kriterien analysiert werden, sind belastbare Vergleiche möglich.
4. Daten sammeln#
Die Daten können aus zahlreichen Quellen stammen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Unternehmenswebsites
- Geschäftsberichte
- Pressemitteilungen
- Produktseiten
- Online-Shops
- Preisportale
- Kundenbewertungen
- Stellenanzeigen
- Patentdatenbanken
- Handelsregister
- Branchenmedien
- Fachmessen
- Interviews
- Ausschreibungen
- Social Media
Wichtig ist, öffentlich verfügbare Informationen möglichst aus mehreren Quellen zu überprüfen.
5. Wettbewerber vergleichen#
Die gesammelten Daten werden anschließend strukturiert miteinander verglichen.
Dadurch können beispielsweise Muster sichtbar werden:
- Wer ist Preisführer?
- Wer besitzt die größte Produktbreite?
- Wer investiert besonders stark?
- Wer wächst international?
- Welche Unternehmen differenzieren sich über Qualität?
- Wer konkurriert primär über Kosten?
6. Strategische Bedeutung ableiten#
Der wichtigste Schritt besteht darin, die Daten zu interpretieren.
Nicht jede Veränderung eines Wettbewerbers ist für das eigene Unternehmen strategisch relevant.
Entscheidend ist:
Welche Wettbewerbsaktivität verändert unsere Chancen, Risiken oder Handlungsoptionen?
Welche Daten sind für eine Wettbewerbsanalyse wichtig?#
Eine strukturierte Wettbewerbsdatenbank kann zahlreiche Informationen enthalten.
| Bereich | Relevante Daten |
|---|---|
| Unternehmen | Umsatz, Mitarbeiter, Standorte |
| Markt | Marktanteil, Wachstum |
| Produkte | Sortiment, Funktionen, Qualität |
| Preise | Listenpreise, Rabatte, Preismodelle |
| Kunden | Zielgruppen, Referenzen |
| Vertrieb | Kanäle, Regionen, Partner |
| Marketing | Positionierung, Botschaften |
| Technologie | Patente, Plattformen, Innovationen |
| Personal | Stellenanzeigen, Führungskräfte |
| Investitionen | neue Werke, Anlagen, Technologie |
| Kooperationen | Partnerschaften, Joint Ventures |
| M&A | Übernahmen, Beteiligungen |
| Finanzen | Margen, Cashflow, Verschuldung |
Nicht jede Information ist für jedes Unternehmen gleichermaßen relevant.
Die Auswahl sollte sich an der eigenen strategischen Fragestellung orientieren.
Produkte und Leistungen vergleichen#
Ein zentraler Bestandteil der Wettbewerbsanalyse ist der Produktvergleich.
Zu untersuchen sind beispielsweise:
- Funktionen
- Qualität
- Leistungsumfang
- Varianten
- Produktdesign
- Service
- Garantien
- Lieferzeiten
- Kompatibilität
Hilfreich ist eine Produktmatrix.
Beispiel:
| Merkmal | Eigenes Produkt | Wettbewerber A | Wettbewerber B |
|---|---|---|---|
| Funktionsumfang | hoch | mittel | hoch |
| Preis | mittel | niedrig | hoch |
| Service | hoch | mittel | hoch |
| Lieferzeit | kurz | lang | mittel |
| Individualisierung | hoch | niedrig | mittel |
Eine solche Übersicht zeigt schnell, wo Differenzierungspotenzial besteht.
Preise der Wettbewerber analysieren#
Die Preisstrategie ist häufig ein besonders wichtiger Wettbewerbsfaktor.
Dabei sollten nicht nur Listenpreise verglichen werden.
Relevant sind auch:
- Rabatte
- Mengenstaffeln
- Abonnements
- Vertragslaufzeiten
- Zusatzkosten
- Versand
- Servicepakete
- Finanzierungsmodelle
Ein günstiger Listenpreis bedeutet nicht automatisch einen niedrigen Gesamtpreis.
Deshalb sollte nach Möglichkeit der effektive Kundenpreis betrachtet werden.
Preispositionierung erkennen#
Wettbewerber lassen sich häufig grob einordnen in:
- Niedrigpreis
- Mittelpreis
- Premium
Diese Positionierung kann mit weiteren Faktoren kombiniert werden.
Beispielsweise:
niedriger Preis + geringe Serviceleistung
oder
hoher Preis + starke Marke + hoher Service
Dadurch wird deutlich, über welche Faktoren ein Wettbewerber seinen Preis rechtfertigt.
Marktanteile analysieren#
Marktanteile geben Hinweise auf die relative Stärke eines Wettbewerbers.
Relevant sind:
- absoluter Marktanteil
- Veränderung über die Zeit
- Marktanteil nach Region
- Marktanteil nach Segment
Besonders wichtig ist die Entwicklung.
Ein kleiner Wettbewerber mit schnell wachsendem Marktanteil kann strategisch relevanter sein als ein großer, aber stagnierender Anbieter.
Wachstum analysieren#
Wachstum kann aus unterschiedlichen Quellen entstehen:
- organisches Wachstum
- neue Produkte
- neue Kundensegmente
- internationale Expansion
- Übernahmen
- Preiserhöhungen
Deshalb sollte nicht nur betrachtet werden, wie schnell ein Unternehmen wächst, sondern auch warum es wächst.
Vertriebsstrategie der Wettbewerber analysieren#
Wichtige Fragen sind:
- Direktvertrieb oder Händler?
- Online oder stationär?
- eigene Vertriebsteams?
- Plattformen?
- Partnernetzwerke?
- internationale Distributoren?
Ein leistungsfähiger Vertrieb kann einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellen.
Insbesondere bei komplexen B2B-Produkten können bestehende Kundenbeziehungen und Vertriebsstrukturen schwer kopierbar sein.
Marketing und Positionierung#
Auch die kommunikative Positionierung eines Wettbewerbers sollte untersucht werden.
Analysiert werden können:
- Markenbotschaften
- Zielgruppen
- Nutzenversprechen
- Content
- Kampagnen
- Social Media
- Events
- Sponsoring
Die zentrale Frage lautet:
Wofür möchte der Wettbewerber im Kopf des Kunden stehen?
Kundenstruktur analysieren#
Soweit Informationen verfügbar sind, kann auch die Kundenstruktur wichtige Hinweise liefern.
Relevant sind beispielsweise:
- Branchen
- Unternehmensgrößen
- Regionen
- Referenzkunden
- Wiederkaufsraten
- Kundenbewertungen
Große Referenzkunden können beispielsweise zeigen, in welchen Segmenten ein Wettbewerber besonders etabliert ist.
Stärken und Schwächen der Wettbewerber#
Eine Wettbewerbsanalyse sollte nicht nur Daten sammeln, sondern daraus ein strategisches Profil ableiten.
Typische Stärken können sein:
- starke Marke
- günstige Kostenstruktur
- Technologie
- Patente
- Vertrieb
- Kundenbindung
- hohe Skaleneffekte
- große finanzielle Ressourcen
Typische Schwächen können sein:
- hohe Kosten
- veraltete Produkte
- langsame Innovation
- geringe geografische Präsenz
- hohe Abhängigkeit von einzelnen Kunden
- schwache digitale Kanäle
Wettbewerbsanalyse mit SWOT#
Eine SWOT-Analyse kann ergänzend eingesetzt werden.
Dabei werden:
Strengths – Stärken
Weaknesses – Schwächen
Opportunities – Chancen
Threats – Risiken
untersucht.
Besonders sinnvoll ist die SWOT nicht nur für das eigene Unternehmen, sondern im direkten Vergleich mit wichtigen Wettbewerbern.
So wird sichtbar, welche strategischen Vorteile tatsächlich relativ zum Wettbewerb bestehen.
Wettbewerbsanalyse mit Benchmarking#
Beim Benchmarking wird die eigene Leistung mit anderen Unternehmen verglichen.
Mögliche Benchmarks sind:
- Preise
- Lieferzeiten
- Produktivität
- Service
- Qualität
- Innovation
- Sortiment
- digitale Sichtbarkeit
Ziel ist nicht zwangsläufig, den Wettbewerb zu kopieren.
Benchmarking soll vielmehr zeigen, wo Leistungsunterschiede bestehen.
Strategische Gruppen analysieren#
Nicht alle Unternehmen einer Branche konkurrieren auf dieselbe Weise.
Deshalb können Wettbewerber in strategische Gruppen eingeteilt werden.
Beispielsweise:
- Premiumanbieter
- Kostenführer
- Spezialisten
- regionale Anbieter
- Plattformanbieter
- Full-Service-Anbieter
Diese Gruppierung hilft, die Wettbewerbslandschaft besser zu verstehen.
Welche Frühindikatoren sind wichtig?#
Besonders wertvoll sind Informationen, die auf zukünftige Aktivitäten eines Wettbewerbers hinweisen.
Dazu gehören:
- Stellenanzeigen
- Patentanmeldungen
- Investitionen
- neue Standorte
- Partnerschaften
- Übernahmen
- Managementwechsel
- neue Domains
- regulatorische Zulassungen
- Messeankündigungen
Ein Beispiel:
Ein Wettbewerber sucht innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Vertriebsmitarbeiter in einer neuen Region.
Dies kann auf eine bevorstehende geografische Expansion hinweisen.
Welche Datenquellen eignen sich?#
Mögliche Quellen einer Wettbewerbsanalyse sind:
- Geschäftsberichte
- Unternehmenswebsites
- Investoreninformationen
- Pressemitteilungen
- Branchenmedien
- Handelsregister
- Patentdatenbanken
- Stellenanzeigen
- Kundenbewertungen
- Produktkataloge
- Preisportale
- soziale Netzwerke
- Ausschreibungen
- Messen
- Fachkonferenzen
Wichtig ist die Kombination mehrerer Quellen.
Einzelinformationen können unvollständig oder missverständlich sein.
Wie transparent sind Wettbewerber?#
Viele Wettbewerbsinformationen sind heute öffentlich verfügbar.
Trotzdem bleibt die Transparenz begrenzt.
Oft nicht öffentlich sind beispielsweise:
- genaue Kostenstrukturen
- tatsächliche Margen
- interne Strategien
- zukünftige Produktpläne
- individuelle Kundenpreise
- Vertragskonditionen
- interne Kapazitätsplanung
Deshalb arbeitet professionelle Wettbewerbsanalyse häufig mit Indikatoren und Hypothesen.
Die Analyse sollte klar unterscheiden zwischen:
Fakt → Beobachtung → Interpretation → Hypothese
Welche Zeiträume sollte eine Wettbewerbsanalyse berücksichtigen?#
Eine gute Analyse kombiniert mehrere Zeithorizonte.
Aktuelle Situation#
Relevant sind:
- Produkte
- Preise
- Marktanteile
- aktuelle Kampagnen
- neue Aktivitäten
Historische Entwicklung: 3 bis 5 Jahre#
Dadurch lassen sich erkennen:
- Wachstum
- Strategieänderungen
- Produktzyklen
- Preisentwicklungen
- Expansion
Zukunft: 1 bis 5 Jahre#
Hier werden insbesondere Frühindikatoren und strategische Signale ausgewertet.
Bei technologieintensiven Branchen kann ein längerer Horizont sinnvoll sein.
Welche geografischen Märkte sollte man analysieren?#
Nicht nur der eigene Heimatmarkt ist relevant.
Beobachtet werden sollten:
- wichtigste Absatzmärkte
- internationale Leitmärkte
- neue Expansionsmärkte
- Produktionsstandorte der Wettbewerber
- wichtige Beschaffungsregionen
Ein Wettbewerber kann seine strategische Entwicklung zunächst in einem anderen Land testen, bevor er dieselbe Strategie in den eigenen Markt überträgt.
Welche Ableitungen können Unternehmer treffen?#
Eine Wettbewerbsanalyse sollte konkrete strategische Konsequenzen ermöglichen.
Eigene Positionierung überprüfen#
Unternehmen können erkennen, ob ihr Angebot ausreichend differenziert ist.
Preisstrategie anpassen#
Wenn Wettbewerber ihre Preise verändern, kann die eigene Preisposition überprüft werden.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, Preisänderungen zu kopieren.
Entscheidend ist die eigene Positionierung.
Produktentwicklung priorisieren#
Wettbewerbsdaten können zeigen:
- welche Funktionen Standard werden,
- wo Kunden unzufrieden sind,
- welche Produktlücken existieren.
Vertrieb optimieren#
Neue Vertriebskanäle oder geografische Aktivitäten von Wettbewerbern können Hinweise auf Marktpotenziale liefern.
Risiken erkennen#
Neue Marktteilnehmer oder technologische Entwicklungen können frühzeitig als Bedrohung erkannt werden.
Welche Maßnahmen lassen sich aus einer Wettbewerbsanalyse ableiten?#
Differenzierung erhöhen#
Wenn Produkte stark austauschbar sind, kann eine stärkere Differenzierung sinnvoll sein.
Mögliche Hebel:
- Produktqualität
- Service
- Marke
- Geschwindigkeit
- Individualisierung
- Technologie
Preise verändern#
Je nach Wettbewerbssituation können:
- Preise erhöht,
- Rabatte reduziert,
- neue Preismodelle eingeführt oder
- günstigere Angebote entwickelt
werden.
Produktportfolio erweitern#
Erkannte Marktlücken können durch neue Produkte oder Dienstleistungen besetzt werden.
Kosten senken#
Ein struktureller Kostenvorteil eines Wettbewerbers kann Maßnahmen zur eigenen Produktivitätssteigerung erforderlich machen.
Vertrieb ausbauen#
Starke Wettbewerber in bestimmten Kanälen können Anlass sein, die eigene Vertriebsstruktur zu überprüfen.
Kooperationen eingehen#
Partnerschaften können helfen, technologische oder geografische Lücken zu schließen.
Neue Märkte erschließen#
Eine Wettbewerbsanalyse kann Regionen identifizieren, in denen die Wettbewerbsdichte gering und das Marktpotenzial attraktiv ist.
Wettbewerbsanalyse automatisieren#
Viele Bestandteile der Wettbewerbsanalyse lassen sich heute automatisieren.
Beispielsweise:
- Preisbeobachtung
- Produktänderungen
- Website-Monitoring
- Stellenanzeigen
- Pressemitteilungen
- Patentveröffentlichungen
- Unternehmensnachrichten
- Kundenbewertungen
Automatisierte Systeme können Veränderungen identifizieren und bei relevanten Ereignissen Benachrichtigungen auslösen.
KI in der Wettbewerbsanalyse#
Künstliche Intelligenz kann große Mengen unstrukturierter Informationen auswerten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Nachrichten
- Geschäftsberichte
- Stellenanzeigen
- Produkttexte
- Bewertungen
- Pressemitteilungen
KI kann:
- Informationen zusammenfassen,
- Themen kategorisieren,
- Veränderungen erkennen,
- Wettbewerber vergleichen und
- potenzielle Signale hervorheben.
Die strategische Interpretation sollte jedoch nicht vollständig automatisiert werden.
Wettbewerbsanalyse und Competitive Intelligence#
Wettbewerbsanalyse ist ein wichtiger Bestandteil von Competitive Intelligence.
Competitive Intelligence geht einen Schritt weiter.
Dabei werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander verknüpft, um mögliche strategische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Beispiel:
Ein Wettbewerber:
1. meldet mehrere neue Patente an,
2. stellt Entwickler ein,
3. eröffnet einen neuen Standort,
4. schließt eine Technologiepartnerschaft.
Die einzelnen Informationen sind möglicherweise wenig spektakulär.
Zusammen können sie jedoch auf eine neue Produktgeneration oder strategische Expansion hinweisen.
Wie häufig sollte eine Wettbewerbsanalyse aktualisiert werden?#
Die Frequenz hängt von der Dynamik des Marktes ab.
| Bereich | Mögliche Frequenz |
|---|---|
| Preise | täglich bis monatlich |
| Produkte | wöchentlich bis monatlich |
| Unternehmensnachrichten | laufend |
| Stellenanzeigen | wöchentlich |
| Marketingaktivitäten | monatlich |
| Marktanteile | quartalsweise bis jährlich |
| strategische Gesamtanalyse | halbjährlich bis jährlich |
In sehr dynamischen Märkten sollte Wettbewerbsbeobachtung kontinuierlich erfolgen.
Wettbewerbsanalyse im Zusammenspiel mit anderen Analysen#
Eine Wettbewerbsanalyse liefert den größten Nutzen, wenn sie mit weiteren Perspektiven kombiniert wird.
Wirtschaftsanalyse
Wie verändern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen?
Branchenanalyse
Wie attraktiv und dynamisch ist die gesamte Branche?
Marktanalyse
Wie groß und attraktiv ist der konkrete Zielmarkt?
Wettbewerbsanalyse
Wie sind einzelne Konkurrenten positioniert?
Standortanalyse
Welche geografischen Faktoren beeinflussen Wettbewerb und Wachstum?
Marktbeobachtung
Welche Veränderungen treten kontinuierlich auf?
Zusammen entsteht daraus ein umfassendes strategisches Informationssystem.
Fazit: Wettbewerbsanalyse als Grundlage für bessere strategische Entscheidungen#
Eine Wettbewerbsanalyse untersucht systematisch bestehende, indirekte und potenzielle Wettbewerber.
Dabei werden unter anderem:
- Marktanteile
- Wachstum
- Produkte
- Preise
- Kunden
- Vertrieb
- Marketing
- Technologie
- Investitionen
- Standorte
- strategische Aktivitäten
analysiert.
Der eigentliche Nutzen entsteht jedoch nicht durch das Sammeln möglichst vieler Informationen.
Entscheidend ist die Übersetzung in strategische Konsequenzen:
Wettbewerbsinformation → Vergleich → Interpretation → Auswirkung → Maßnahme
Unternehmen können daraus unter anderem Maßnahmen zu:
- Positionierung
- Pricing
- Produktentwicklung
- Vertrieb
- Marketing
- Expansion
- Kosten
- Kooperationen
ableiten.
Eine gute Wettbewerbsanalyse beantwortet deshalb nicht nur:
„Was macht unser Wettbewerber?“
Sondern:
„Warum macht er es, welche strategische Absicht könnte dahinterstehen und was bedeutet das für unsere eigene Position?“
Häufige Fragen zur Wettbewerbsanalyse#
Was versteht man unter einer Wettbewerbsanalyse?#
Eine Wettbewerbsanalyse untersucht systematisch bestehende und potenzielle Wettbewerber. Dabei werden beispielsweise Produkte, Preise, Marktanteile, Vertrieb, Technologie und strategische Aktivitäten analysiert.
Warum ist eine Wettbewerbsanalyse wichtig?#
Sie hilft Unternehmen, die eigene Wettbewerbsposition besser einzuschätzen, Chancen und Risiken zu erkennen und strategische Entscheidungen auf einer fundierteren Informationsbasis zu treffen.
Welche Wettbewerber sollte man analysieren?#
Neben direkten Konkurrenten sollten auch indirekte Wettbewerber, Substitute, neue Marktteilnehmer und Unternehmen aus angrenzenden Branchen berücksichtigt werden.
Welche Daten benötigt man für eine Wettbewerbsanalyse?#
Relevant sind unter anderem Umsatz, Wachstum, Marktanteile, Preise, Produkte, Kunden, Vertriebskanäle, Standorte, Technologien, Investitionen, Patente, Stellenanzeigen und Partnerschaften.
Welche Methoden eignen sich für eine Wettbewerbsanalyse?#
Häufig eingesetzt werden Wettbewerberprofile, Benchmarking, SWOT-Analysen, Produktvergleiche, Preisanalysen, strategische Gruppen und Marktanteilsanalysen.
Welchen Zeitraum sollte man betrachten?#
Neben der aktuellen Situation sollten meist mindestens drei bis fünf Jahre historische Entwicklung berücksichtigt werden. Für strategische Fragen ist zusätzlich ein Zukunftshorizont von mehreren Jahren sinnvoll.
Kann eine Wettbewerbsanalyse automatisiert werden?#
Ja. Viele Aufgaben wie Preisbeobachtung, Website-Monitoring, Produktänderungen, Nachrichtenanalyse oder die Beobachtung von Stellenanzeigen lassen sich automatisieren.
Welche Maßnahmen lassen sich aus einer Wettbewerbsanalyse ableiten?#
Mögliche Maßnahmen sind Preisänderungen, stärkere Differenzierung, neue Produkte, Kostenoptimierung, Ausbau des Vertriebs, Expansion, Kooperationen oder Veränderungen der Positionierung.
TOTAL DASHBOARD zeigt, welche wirtschaftlichen Risiken und Chancen fuer Ihr Unternehmen entstehen.
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